Feature oder Interview? Fachartikel flexibel aufbereiten

Kategorie: Aus der Praxis

Autoren von Fachartikeln sind in der Regel keine Journalisten. Das bedeutet: Ihnen sind in der Regel auch die verschiedenen journalistischen Stilformen nicht geläufig, mit denen ein Thema bearbeitet werden kann. Das Interview bildet dabei wahrscheinlich die Ausnahme. Doch eignen sich auch wirklich alle Stilformen fürs Schreiben von Fachartikeln?

Fachartikel vermitteln Fakten und Hintergründe zu bestimmten Themen. Deshalb gehören sie – journalistisch gesehen – zu den informierenden, nicht kommentierenden Stilformen. Bislang habe ich noch kein Medium entdeckt, in dem sich ein Berater in der Form eines Kommentars zu einem Managementthema äußert. Sollte mir da etwas entgangen sein, hinterlassen Sie einfach einen Kommentar am Ende der Seite mit Angabe der entsprechenden Quelle.

Die folgenden Stilformen eignen sich meiner Ansicht nach für die „Verpackung“ eines Fachartikels und die Veröffentlichung in Fachzeitschriften oder auf Online-Portalen:

Feature

Ein Feature ähnelt einer Reportage, beinhaltet jedoch mehr Fakten und ist deshalb nachrichtenlastiger. Beim Feature wechseln sich szenische Elemente, Zitate und die Darstellung von Fakten ab, es ist also unterhaltender und lebendiger als ein bloßer Bericht. Während eine Reportage zumeist eine Person oder ein bestimmtes Ereignis in den Vordergrund rückt, ist dies beim Feature ein allgemeines Thema – also zum Beispiel auch ein Managementthema. Mit einem Feature lassen sich abstrakte Sachverhalte durch anschauliche Beispiele in konkrete Alltagserfahrungen „übersetzen“.
Beispiel: Für einen Fachartikel zum Thema „Change Management“ schildern Sie, wie ein bestimmtes Unternehmen notwendige Anpassungen in der Organisation vornimmt.
Voraussetzung:
Das Unternehmen und den entsprechenden Ansprechpartner für die Zitate sollten Sie persönlich kennen und sich die Zitate auch einholen.

Interview

Ein Interview ist eine sehr anspruchsvolle Stilform. Das Besondere bei Fachartikeln: Es geht immer um ein bestimmtes Thema, grob gesprochen eine Sache. Deshalb kommt hier auch nur das Interview zur Sache als Unterkategorie in Frage. Journalisten nutzen Interviews, um sich von einem Experten komplizierte Sachverhalte erklären und veranschaulichen zu lassen. Der Vorteil von Fachartikeln in Form von Interviews: Der Leser erfährt in einem Frage- und Antwortstil nützliche Informationen zu einem bestimmten Managementthema, prägnant und in geballter Darstellung. Zudem wird vom Interviewten aufgrund seiner unmittelbaren Antworten ein authentischeres Bild vermittelt.
Beispiele für Interviews finden Sie auf dieser Webseite unter Experten-Interviews.

Kolumne

Die Kolumne gehört journalistisch gesehen zu den kommentierenden Stilformen. Einige Verlage lassen Berater Kolumnen zu bestimmten Themen verfassen und bereichern dadurch den Inhalt ihrer Publikation. Kolumnen können als lebendiger Kommentar angesehen werden, sie können also auch Elemente einer Glosse (überspitzte, satirische Darstellung eines Themas) enthalten. Ein weiteres Merkmal einer Kolumne ist ihre Regelmäßigkeit sowie die Veröffentlichung an einer immer gleichen Stelle in der Publikation. Der Autor schreibt oft auch in der Ich-Form.
Beispiele für Kolumnen finden sich auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung.

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